Rede zur offizielle Vorstellung der Bewerber

Sehr geehrter Herr Hilbert, liebe Stadträtinnen und Stadträte, meine sehr verehrten Damen und Herren,

Es ist schon interessant, wie das Leben so spielt. Heute, vor fast auf den Tag genau 15 Jahren war ich zum erstem Mal hier in Tauberbischofsheim. Ich war 20 Jahre alt und gerade aus Berlin hergezogen, um hier meine Ausbildung zum Steinmetz zu beginnen. jetzt, 15 Jahre später stehe ich hier, um mich Ihnen als möglicher Bürgermeister vorzustellen.

Das schöne ist: ich stehe hier als einer von Ihnen. Jemand der hier lebt, der hier geheiratet hat und dessen Kinder hier aufwachsen. Ich stehe hier als jemand der in Tauberbischofsheim seine Heimat gefunden hat.

Als junger Familienvater frage ich mich oft: In was für einer Welt möchten wir gerne leben? Welche Perspektiven wollen wir unseren Kindern bieten. Und was können wir, was kann ich dazu beitragen?

Meine Damen und Herren, ich arbeite als Ingenieur in der freien Wirtschaft. Da geht es oft recht rau zu. Es gibt es Kostendruck, enge Terminschienen und ständige Auseinandersetzungen zwischen Firmen, Kunden und Behörden.

Da sind Durchsetzungsvermögen und Führungsstärke gefragt. Aber auch Teamfähigkeit und Kompromissbereitschaft.

Technischer Sachverstand und planerische Weitsicht. Aber auch Kreativität und flexibles, zielorientiertes Handeln.

Genau diese Fähigkeiten sind es, die ich in dieses verantwortungsvolle Amt einbringen möchte. Fähigkeiten, mit denen ich die Arbeit unserer Stadtverwaltung bereichern und sinnvoll ergänzen werde.

Meine Damen und Herren, Ich habe mich in den letzten Tagen und Wochen mit Vereinen getroffen, mit Unternehmern, mit Gewerkschaften und mit Wohlfahrtsverbänden.

Ich bin an fast Tausend Haustüren gewesen und habe das Gespräch mit Ihnen, den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt gesucht.

Dabei habe ich mir Ihre Erfahrungen, ihre Meinungen und Ihre Ideen angehört.

Die Themen sind natürlich so vielfältig wie die Menschen selbst, aber einige Dinge habe ich festgestellt, die sie alle gemeinsam haben:

  • Sie wünschen sich, wieder ernst genommen zu werden.
  • Sie wünschen sich, dass Ihre Ideen und Ihr Engagement wieder gehört und gewürdigt werden.
  • Und sie wünschen sich, das Ihnen erklärt wird warum bestimmte Dinge so entschieden werden wie sie es werden.

Als Ihr Bürgermeister werde ich daher die Themen Transparenz, Unabhängigkeit und Bürgerbeteiligung zu den Grundsätzen meiner Amtsführung machen.

Ich verspreche Ihnen eine dauerhafte, zielgerichtete und sinnvolle Einbeziehung in alle wichtigen Entscheidungen unserer Stadt.

Ich verspreche Ihnen eine aktive Förderung  des ehrenamtlichen Engagements,  einen Abbau bürokratischer Hürden und eine engagierte Hilfestellung seitens der Stadt.

Und ich verspreche Ihnen, dass Entscheidungen bürgernah, transparent und jenseits von Einzelinteressen getroffen werden.

Denn Nur so können wir Vertrauen bewahren, die Gemeinschaft stärken und die Stadt unser aller Sinne gestalten.

Meinen Damen und Herren, unsere Lebensverhältnisse, unser Einkaufsverhalten und unsere Freizeitgestaltung haben sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Die Auswirkungen dieser Veränderungen bemerken wir in unserem persönlichen Umfeld, wir bemerken in unseren Vereinen und wir bemerken es in unserer Innenstadt.

Die Frage ist nur: Wie gehen wir damit um? Können wir das Rad der Zeit zurückdrehen, damit alles so wird wie es einmal war? Wollen wir einfach weiter machen wie bisher, in der Hoffnung, dass es von allein besser wird?

Ich glaube nicht. Gefordert sind stattdessen neue Ideen, kreative Konzepte und zukunftsfähige Visionen.

  • Lassen sie uns doch die Innenstadt neu denken und den öffentlicher Raum den Menschen zurückgeben. Mit Erlebnissen, Gastronomie, Sport, Kunst und Kultur. Warum nicht ein Straßenmusikfest? Warum nicht ein Freizeitareal in der Innenstadt mit Basketballplatz, Skatepark und einer Kletterwand? Öffentliche Grillplätze, Konzerte, Vereinsfeste – es gibt so viele Möglichkeiten, wir müssen sie nur wagen.
  • Lassen sie uns einen aktiven Umwelt- und Klimaschutz betreiben. Unsere Landschaft erhalten, Vielfalt bewahren und unsere Stadt naturnah und bienenfreundlich gestalten. Zusammen mit unseren Nachbargemeinden könnten wir einen Naturschutzbeauftragten etablieren. Jemanden, der Bauvorhaben begleitet, Ausgleichsmaßnahmen koordiniert und die Bürger berät.
  • Lassen Sie uns den Tourismus ankurbeln. Wohnmobilisten, Fahrradwanderer und Kanufahrer gezielt in unsere Stadt führen und ihnen attraktive Übernachtungsmöglichkeiten und Aktivitäten bieten. Warum nicht einen städtischen Campingplatz errichten? Oder einen Naturzeltplatz? Warum nicht eine naturnahe Mountainbikestrecke in den Hügeln um unsere Stadt, oder einen Obstbaumlehrpfad in den Tauberwiesen?
  • Lassen Sie uns endlich ein professionelles städtisches Leerstandsmanagement einrichten. Eine Stelle schaffen, die Leerstände zentral erfasst, die zwischen Wohnungssuchenden und Hausbesitzern vermittelt. Eine Stelle, die bei der Beantragung von Fördermitteln und bei der Wertermittlung von Objekten hilft und so den Leerstand in der Innenstadt und in den Ortsteilen bekämpft.
  • Und wo wir gerade dabei sind: Lassen Sie uns die Ortsteile beleben. Durch eine bessere Nahverkehrsanbindung, durch die Förderung junger Familien, und durch eine bessere Ausstattung der Ortschaften, von den Friedhöfen, über die Spielplätze bis zu den Kindergärten.
  • Lassen sie uns die Stadt wirtschaftlich breiter aufstellen und eine neue Gründerkultur etablieren. Auch Einzelunternehmer, Handwerker und Start-Ups gezielt unterstützen. Mit attraktiven Gewerbeflächen und modernen, flexiblen Mietmodellen im Gründerzentrum. Denn die Einzelkämpfer von heute sind vielleicht die großen Arbeitgeber von morgen.

Das sind natürlich nur einige der Themen die wir angehen werden. Aber sie sehen: es müssen nicht immer die großen Lösungen sein die zum Ziel führen. Lassen Sie uns stattdessen klug und bedacht handeln. Viele kleine Schritte tun statt einzelner großer Gesten.

Für eine Stadt der Ideen und der Visionen.

Eine Stadt, die gewappnet ist für die Herausforderungen der Zukunft.

Und eine Stadt, in der es um das wichtigste geht, was eine Stadt zu bieten hat … um uns.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und freue mich schon auf Ihre Fragen.